Karate traditionell

Oberstes Ziel im Karate ist nicht Sieg noch Niederlage - der wahre Karatekämpfer strebt nach der Vervollkommnung seines Charakters!
 

 

Karate in seiner heutigen Form gibt es entgegen der landläufigen Meinung erst seit ca. 100 Jahren.
Das Wort Karate wurde um 1900 erstmals benutzt.
Die heute am weitesten verbreitete Form des Karate-Do ist das Shotokan Karate.

 

 

Als Ursprungsland des Karate gilt Okinawa - eine Insel zwischen Japan und China. Die älteste Kampfkunst Te (Te = Hand) existierte wahrscheinlich schon bereits bevor die Chinesen im 14. Jahrhundert durch den Zen-Buddhismus Einfluss auf die Bewohner Okinawas und damit auch auf deren Kampfkünste nahmen. Das Okinawa-Te entwickelte sich im Folgenden in den verschiedensten Stilrichtungen und Ausprägungen, bis 1875 Okinawa offiziell zu Japan gehörte und damit Te nicht mehr im geheimen praktiziert werden musste.

1902 wurde (Kara)Te unter Gichin Funakoshi (Vater des modernen Karate) Schulsport auf Okinawa. 1921 gab Funakoshi erstmals eine Karate-Demonstration in Japan. In den folgenden Jahren verbreitete sich Karate stark an den japanischen Universitäten.1936 wurde die "All Japan Collegiate Karate Union" gegründet und nach Zwangspause wegen dem 2. Weltkrieg im Jahr 1949 die JKA "Japan Karate Association". Die Popularität von Karate stieg nach dem Krieg weltweit. Die zurückkehrenden Soldaten gründeten eigene Dojos und holten später die japanischen Instruktoren in die USA.

1957 trat Masatoshi Nakayama das Erbe Funskoshis an. 1956 hatte die JKA nach längerer Findungsphase ihr erstes Regelwerk zusammengestellt und führte 1957 die ersten Alljapanischen Meisterschaften durch. Die JKA hat leider heute viel von Ihrer Bedeutung verloren und sich außerdem 1990 in zwei Fraktionen gespalten. Trotzdem bleibt die Lehrmeinung der JKA bis heute für die Mehrzahl der weltweit auf über vier Millionen geschätzten Karateka der Stilrichtung Shotokan verbindlich.

So wie die blanke Oberfläche des Spiegels alles wiedergibt, was vor ihm steht, und wie ein stilles Tal selbst den schwächsten Laut weiter trägt, soll der Karateschüler sein Inneres leer machen von Selbstsucht und Boshaftigkeit, um in allem, was ihm begegnen könnte, angemessen zu handeln." (Karateweisheit)

Die Silbe "Do" bedeutet auf deutsch "Weg" und ist auch in anderen japanischen Disziplinen zu finden: Judo, Kendo, Aikido. Der am Anfang dieser Seite angeführte Satz (Höchstes Ziel im Karate ist weder Sieg noch Niederlage, sondern die Vervollkommnung des Charakters) hält fest, dass Karate weit mehr als nur physische Dimensionen enthält. Geistige Schulung, Bescheidenheit, Aufrichtigkeit und Respekt, Selbstkontrolle und Beherrschtheit werden als ebenso unverzichtbare Bestandteile des Karate betrachtet wie die Vermeidung von Gewalt. Die Friedfertigkeit und der defensive Charakter des Karate spiegelt sich auch in den Kata wieder, die immer mit einer Verteidigungstechnik beginnen.

 

© Karate Union Shotokan Bergheim (bei Salzburg)
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